Abwassertechnik

Rohr- & Kanalsanierung in Berlin: alle Verfahren im Detail

11. Juni 2026 · 12 Min. Lesezeit

Defekte Abwasserleitungen müssen heute nur noch selten aufgegraben werden. Moderne, grabenlose Verfahren (No-Dig) sanieren Rohre und Kanäle von innen – schnell, kostengünstig und ohne den Garten oder die Straße aufzureißen. Dieser Ratgeber erklärt alle gängigen Sanierungsverfahren, wann welches sinnvoll ist und wie der Ablauf in Berlin und Brandenburg aussieht.

Grabenlos vs. offene Bauweise – der grundlegende Unterschied

Bei der offenen Bauweise wird die schadhafte Leitung freigelegt und ausgetauscht. Das ist aufwendig, teuer und beschädigt Oberflächen wie Pflaster, Asphalt oder Rasen. Die grabenlose Sanierung (auch No-Dig-Verfahren) repariert das Rohr dagegen von innen – meist über vorhandene Schächte oder Revisionsöffnungen. Sie ist in den meisten Fällen die wirtschaftlichere und schonendere Lösung.

  • Offene Bauweise: nötig bei vollständig zerstörten, eingestürzten oder stark verlagerten Leitungen
  • Grabenlose Sanierung: ideal bei Rissen, Scherbenbildung, undichten Muffen, Wurzeleinwuchs und Korrosion
  • Vorteil grabenlos: keine Aufgrabung, kurze Bauzeit, geringere Kosten, weniger Umweltbelastung

Schlauchlining (Inliner-Verfahren) – der Klassiker

Das Schlauchlining-Verfahren (Cured-In-Place-Pipe, CIPP) ist die häufigste grabenlose Methode. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Gewebeschlauch in die schadhafte Leitung eingezogen oder eingestülpt (Inversion) und anschließend ausgehärtet. Es entsteht ein neues, fugenloses Rohr im Rohr, das über Jahrzehnte dicht und statisch tragfähig ist.

Aushärtung: Warmwasser, Dampf oder UV-Licht

  • Warmwasser-/Dampfhärtung: bewährt, für viele Durchmesser geeignet
  • UV-Lichthärtung: besonders schnell und materialschonend, hohe Qualität, kurze Sperrzeiten
  • Einsatzbereich: Grundleitungen, Fallrohre und Kanäle von ca. DN 70 bis DN 600

Vorteil: Der Inliner überbrückt Risse, undichte Muffen und Korrosion in einem Zug und stellt die volle Funktion wieder her. Die Wandstärke reduziert den Querschnitt nur minimal, die glatte Oberfläche verbessert sogar den Durchfluss.

Kurzliner & Partliner – die punktgenaue Reparatur

Ist nur ein kurzer Abschnitt beschädigt – etwa eine einzelne undichte Muffe oder ein lokaler Riss –, kommt der Kurzliner (Partliner) zum Einsatz. Ein kurzes, harzgetränktes Laminat wird mit einer Packer-Blase exakt an der Schadstelle positioniert und ausgehärtet. So lässt sich punktgenau und besonders günstig sanieren, ohne die gesamte Haltung auszukleiden.

Roboter-Sanierung – Fräsen, Spachteln, Anbindungen öffnen

Kanalroboter sind ferngesteuerte Fräs- und Spachtelmaschinen, die im Rohr arbeiten. Sie kommen vor und nach dem Lining sowie für lokale Reparaturen zum Einsatz.

  • Fräsen: Entfernen von Wurzeln, Ablagerungen, einragenden Anschlüssen oder Hindernissen
  • Wiederöffnen von Zuläufen: Nach dem Schlauchlining werden überdeckte Seitenzuläufe per Fräsroboter passgenau geöffnet
  • Spachtel-/Verpressroboter: Verfüllen von Fehlstellen, Löchern und Scherben mit Spezialmörtel oder Harz
  • Hutprofil-Sanierung: Dichtes Anbinden von Seitenzuläufen an den sanierten Hauptkanal

Berstlining – Austausch ohne Graben

Beim Berstlining (Pipe Bursting) wird die alte Leitung von innen aufgesprengt bzw. verdrängt, während gleichzeitig ein neues Rohr eingezogen wird. Das Verfahren eignet sich, wenn das Altrohr zu stark zerstört ist für ein Lining oder wenn der Querschnitt vergrößert werden soll. Nur Start- und Zielgrube werden benötigt – die Strecke dazwischen bleibt unberührt.

Injektions- und Flutungsverfahren

Bei feinen Undichtigkeiten und Grundwasser-Infiltration können Injektionsverfahren eingesetzt werden: Über Packer wird ein abdichtendes Harz oder Gel in die Schadstelle und das umgebende Erdreich gepresst. Das Flutungsverfahren dichtet ganze, schwer zugängliche Leitungsnetze (z. B. unter Gebäuden) durch ein chemisch reagierendes Zwei-Komponenten-System ab.

So läuft eine Rohrsanierung bei CLIENI ab

  • 1. Kanalreinigung: Hochdruckspülung, damit die Kamera freie Sicht hat
  • 2. TV-Inspektion: Kamerabefahrung, Schadensaufnahme und Klassifizierung nach DIN EN 13508-2
  • 3. Sanierungsplanung: Auswahl des passenden Verfahrens und transparentes Festpreisangebot
  • 4. Durchführung: grabenlose Sanierung, meist innerhalb eines Tages je Haltung
  • 5. Abnahme-Inspektion: Kamerakontrolle und lückenlose Dokumentation für Eigentümer und Versicherung

Was kostet eine Rohrsanierung in Berlin?

Die Kosten hängen von Verfahren, Rohrdurchmesser, Länge, Zugänglichkeit und Schadensbild ab. Grabenlose Verfahren sind nahezu immer günstiger als eine Aufgrabung, weil Tiefbau, Oberflächenwiederherstellung und Bauzeit entfallen. Eine punktuelle Kurzliner-Reparatur ist deutlich preiswerter als die Sanierung einer kompletten Haltung. Wir erstellen nach der TV-Inspektion ein transparentes Festpreisangebot ohne versteckte Kosten.

Problem in Berlin oder Brandenburg? Wir sind für Sie da.

Fach- & Meisterbetrieb mit 24/7-Notdienst. Schnell vor Ort, transparent dokumentiert, faire Festpreise.

Häufige Fragen

Muss mein Garten für die Rohrsanierung aufgegraben werden?+

In den allermeisten Fällen nicht. Über grabenlose Verfahren wie Schlauchlining, Kurzliner oder Roboter-Sanierung reparieren wir die Leitung von innen über vorhandene Schächte – ohne Aufgrabung.

Wie lange hält eine grabenlose Sanierung?+

Ein fachgerecht eingebauter Inliner hat eine Nutzungsdauer von in der Regel über 50 Jahren und ist statisch eigenständig tragfähig.

Welches Verfahren ist das richtige für meinen Schaden?+

Das entscheidet die TV-Inspektion: punktuelle Schäden werden mit Kurzliner oder Roboter saniert, durchgehende Schäden per Schlauchlining, vollständig zerstörte Rohre per Berstlining ausgetauscht.

Sind Sie in ganz Berlin und Brandenburg tätig?+

Ja. Wir sanieren Abwasserleitungen in allen Berliner Bezirken sowie im gesamten Land Brandenburg – schnell vor Ort dank regionaler Teams.